Ahnenerbe
14.03.2007, 22:22
Aktuelle Verschwörungs-theorien haben das Interesse an Geheimbünden verstärkt.
http://www.diepresse.at/images/uploads_180/0/9/1/290961/frei20070314201111.jpg
Sie treffen einander heimlich, üben bizarre Rituale aus und zielen darauf ab, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Ein derartiges Bild der Freimaurer existiert in vielen Köpfen. Verschwörungstheorien, zuletzt etwa in den Büchern von Dan Brown („Sakrileg“), trugen weiter dazu bei, das ohnehin diffuse Bild sogenannter Geheimbünde noch mehr zu verklären. Aber was machen Freimaurer wirklich? Und wie gehen sie mit den immer wieder geäußerten Vorwürfen um?
http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/Creatives/diepresse/default/empty.gif (http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/click_lx.ads/diepresse.com/panorama/oesterreich/429946347/Middle1/diepresse/default/empty.gif/35363338393565643435636463616530?) http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/adstream_lx.ads/diepresse.com/panorama/oesterreich/429946347/Middle1/diepresse/default/empty.gif/35363338393565643435636463616530?_RM_EMPTY_&
http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/Creatives/diepresse/default/empty.gif (http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/click_lx.ads/diepresse.com/panorama/oesterreich/13978531/Right2/diepresse/default/empty.gif/35363338393565643435636463616530?) http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/adstream_lx.ads/diepresse.com/panorama/oesterreich/13978531/Right2/diepresse/default/empty.gif/35363338393565643435636463616530?_RM_EMPTY_&
„Welchen Ruf wir haben, ist uns eigentlich egal“, sagt Michael Kraus, Großmeister der Großloge von Österreich – und damit Sprachrohr der österreichischen Freimaurer. Durch Erhebungen wisse man, dass die Freimaurer in Österreich einen hohen Bekanntheits-, aber einen äußerst geringen Beliebtheitsgrad haben. Die Gleichgültigkeit darüber hängt damit zusammen, dass die Freimaurer nicht als Organisation etwas bewirken wollen, sondern ausschließlich durch ihre Mitglieder.
Deren geistige und ethische Vervollkommung steht laut dem Großmeister im Mittelpunkt der Verbindung: „Jeder Einzelne soll ausgerüstet werden, um Probleme an der Wurzel anzugehen“, so Kraus.
Politischer Einfluss
Probleme, die beim Verwirklichen des Ziels der Organisation im Weg stehen könnten – der Verbreitung von Grundwerten wie Humanismus, Aufklärung und Toleranz. Teils geschehe das konkret – „an der französischen Revolution waren wir ja auch nicht ganz unbeteiligt“ – teils auf einer abstrakteren Ebene. Um ihre Ziele verwirklichen zu können, bemühen sich die Freimaurer natürlich auch, Mitglieder an wichtigen Stellen sitzen zu haben, die dort „ein paar Gedanken einfließen lassen“, sagt Kraus. Seiner eigenen Einschätzung nach haben die Freimaurer in Österreich jedenfalls einen gewissen politischen Einfluss. So wie auch weltweit Freimaurer an entscheidenden Stellen sitzen. So sei die Mehrzahl der US-Präsidenten Freimaurer gewesen, so wie auch die meisten Revolutionäre in Lateinamerika. Und in England nehme ein Mitglied der Königsfamilie traditionellerweise eine wichtige Position in der Organisation ein – derzeit Prinz Edward, der Herzog von Kent.
So genau weiß man außerhalb der Freimaurer aber nicht wirklich, wer denn nun der Vereinigung angehört. Denn nur wenige outen sich – obwohl es ihnen prinzipiell erlaubt wäre. „Es gibt nur die Verpflichtung, von niemand anderem zu verraten, dass er Freimaurer ist“, sagt Kraus. Und der Sinn dahinter? „Die Tugend des Geheimhaltens stärkt die Bindungsintensität.“
Gerade diese Geheimniskrämerei ist es allerdings auch, die die Freimaurer in der Öffentlichkeit immer wieder in diffusem Licht erscheinen lässt. Was bei den wöchentlichen Treffen in den Logen passiert, dringt nicht nach außen und öffnet damit natürlich den Raum für Spekulationen.
Kraus wiegelt allerdings ab: „Es passiert nichts, was die Öffentlichkeit entsetzen würde.“ Zudem seien alle Rituale auch schon in der einen oder anderen Form bekannt. Man wolle durch bestimmte Symbole und Riten einfach eine bewusste Distanz zur Welt draußen herstellen. In der Loge würden auch Standesdünkel ausgeblendet, alle Mitglieder seien auf gleicher Augenhöhe. Das sei übrigens auch der Grund, warum Frauen in regulären Logen nicht zugelassen sind, um männliches Imponiergehabe gar nicht erst aufkommen zu lassen.
So viel zum Ablauf eines Treffens verrät Kraus allerdings: Ein demokratisch gewählter Vorsitzender leitet die Sitzung, es folgen Vorträge (so genannte „Baustücke“) zu „anspruchsvollen Themen, die über Tagespolitik hinausgehen und dann ein gemeinsames Mahl“.
Also nur eine nette Herrenrunde, ein besserer Stammtisch? Natürlich nicht. Durch die Mitgliedschaft bildet sich auch ein Netzwerk, das im wirtschaftlichen und politischen Weiterkommen hilfreich sein kann. Kraus schränkt aber ein, dass Hilfe für Brüder nur so weit gehen dürfe, wie sie „mit der Ehre vereinbar ist“ und der Erwerb von persönlichen Vorteilen nicht im Vordergrund stehe.
Persönliche Vorteile
Dennoch stehen oft genau solche Überlegungen hinter dem Wunsch, Freimaurer zu werden. So einfach ist das nicht, denn zu rund 90 Prozent werde man von Mitgliedern angeworben. Grundvoraussetzung, um in die Wahl zu kommen, sei charakterliche und persönliche Reife, der soziale Stand sei sekundär. Der Großteil der Mitglieder setze sich trotzdem aus hohen Beamten, Ärzten und Künstlern sowie Medienschaffenden zusammen.
Allerdings würden in den letzten Jahren immer mehr Menschen von selbst auf die Freimaurerei zukommen. „Und diese Leute werden immer jünger“, erzählt Kraus. Schuld daran sei die Enttäuschung über Politik und Religion, die für viele keine passenden Antworten mehr auf Lebensfragen lieferten.
Und auch die Verschwörungs-Bücher von Dan Brown beflügeln das Interesse stark – auch wenn es darin eigentlich um andere Organisationen geht. Nachwuchs-Sorgen habe man jedenfalls keine. Und das Interesse dürfte wachsen. Denn Dan Browns neues Buch „The Solomon Key“ soll sich direkt um die Machenschaften der Freimaurer drehen.
LEXIKON. Wer sind die Freimaurer?
Ursprung: Die Freimaurer gehen auf die mittelalterlichen Dombauhütten zurück. Die Regeln zum Bau der gotischen Kathedrale wurden als Geheimnisse weitergegeben. Dadurch entstanden einige Riten.
Organisation: Die Freimaurer sind in einzelnen Logen organisiert, in Österreich gibt es ca. 60 davon. Dachorganisation ist die Großloge von Österreich. Deren Großmeister ist das Sprachrohr nach außen.
Mitglieder: In Österreich gibt es rund 3000 Freimaurer, nur wenige bekennen sich öffentlich dazu. Prominente Mitglieder: Wiens Ex-Bürgermeister Helmut Zilk, Ex-Verkehrsminister Rudolf Streicher. Und auch Mozart war Freimaurer.
Ziele: Die Freimaurer sind keine Religion und keine politische Organisation. Wichtige Grundlagen sind die Ideale der französischen Revolution und die Deklaration der Menschenrechte.
Symbole: Zirkel und Winkelmaß sind die Zeichen der Freimaurer – zurückgehend auf die Dombauhütten.
Quelle:http://www.diepresse.at/home/panorama/oesterreich/290961/index.do?_vl_backlink=/home/index.do
http://www.diepresse.at/images/uploads_180/0/9/1/290961/frei20070314201111.jpg
Sie treffen einander heimlich, üben bizarre Rituale aus und zielen darauf ab, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Ein derartiges Bild der Freimaurer existiert in vielen Köpfen. Verschwörungstheorien, zuletzt etwa in den Büchern von Dan Brown („Sakrileg“), trugen weiter dazu bei, das ohnehin diffuse Bild sogenannter Geheimbünde noch mehr zu verklären. Aber was machen Freimaurer wirklich? Und wie gehen sie mit den immer wieder geäußerten Vorwürfen um?
http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/Creatives/diepresse/default/empty.gif (http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/click_lx.ads/diepresse.com/panorama/oesterreich/429946347/Middle1/diepresse/default/empty.gif/35363338393565643435636463616530?) http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/adstream_lx.ads/diepresse.com/panorama/oesterreich/429946347/Middle1/diepresse/default/empty.gif/35363338393565643435636463616530?_RM_EMPTY_&
http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/Creatives/diepresse/default/empty.gif (http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/click_lx.ads/diepresse.com/panorama/oesterreich/13978531/Right2/diepresse/default/empty.gif/35363338393565643435636463616530?) http://werbung.diepresse.com/RealMedia/ads/adstream_lx.ads/diepresse.com/panorama/oesterreich/13978531/Right2/diepresse/default/empty.gif/35363338393565643435636463616530?_RM_EMPTY_&
„Welchen Ruf wir haben, ist uns eigentlich egal“, sagt Michael Kraus, Großmeister der Großloge von Österreich – und damit Sprachrohr der österreichischen Freimaurer. Durch Erhebungen wisse man, dass die Freimaurer in Österreich einen hohen Bekanntheits-, aber einen äußerst geringen Beliebtheitsgrad haben. Die Gleichgültigkeit darüber hängt damit zusammen, dass die Freimaurer nicht als Organisation etwas bewirken wollen, sondern ausschließlich durch ihre Mitglieder.
Deren geistige und ethische Vervollkommung steht laut dem Großmeister im Mittelpunkt der Verbindung: „Jeder Einzelne soll ausgerüstet werden, um Probleme an der Wurzel anzugehen“, so Kraus.
Politischer Einfluss
Probleme, die beim Verwirklichen des Ziels der Organisation im Weg stehen könnten – der Verbreitung von Grundwerten wie Humanismus, Aufklärung und Toleranz. Teils geschehe das konkret – „an der französischen Revolution waren wir ja auch nicht ganz unbeteiligt“ – teils auf einer abstrakteren Ebene. Um ihre Ziele verwirklichen zu können, bemühen sich die Freimaurer natürlich auch, Mitglieder an wichtigen Stellen sitzen zu haben, die dort „ein paar Gedanken einfließen lassen“, sagt Kraus. Seiner eigenen Einschätzung nach haben die Freimaurer in Österreich jedenfalls einen gewissen politischen Einfluss. So wie auch weltweit Freimaurer an entscheidenden Stellen sitzen. So sei die Mehrzahl der US-Präsidenten Freimaurer gewesen, so wie auch die meisten Revolutionäre in Lateinamerika. Und in England nehme ein Mitglied der Königsfamilie traditionellerweise eine wichtige Position in der Organisation ein – derzeit Prinz Edward, der Herzog von Kent.
So genau weiß man außerhalb der Freimaurer aber nicht wirklich, wer denn nun der Vereinigung angehört. Denn nur wenige outen sich – obwohl es ihnen prinzipiell erlaubt wäre. „Es gibt nur die Verpflichtung, von niemand anderem zu verraten, dass er Freimaurer ist“, sagt Kraus. Und der Sinn dahinter? „Die Tugend des Geheimhaltens stärkt die Bindungsintensität.“
Gerade diese Geheimniskrämerei ist es allerdings auch, die die Freimaurer in der Öffentlichkeit immer wieder in diffusem Licht erscheinen lässt. Was bei den wöchentlichen Treffen in den Logen passiert, dringt nicht nach außen und öffnet damit natürlich den Raum für Spekulationen.
Kraus wiegelt allerdings ab: „Es passiert nichts, was die Öffentlichkeit entsetzen würde.“ Zudem seien alle Rituale auch schon in der einen oder anderen Form bekannt. Man wolle durch bestimmte Symbole und Riten einfach eine bewusste Distanz zur Welt draußen herstellen. In der Loge würden auch Standesdünkel ausgeblendet, alle Mitglieder seien auf gleicher Augenhöhe. Das sei übrigens auch der Grund, warum Frauen in regulären Logen nicht zugelassen sind, um männliches Imponiergehabe gar nicht erst aufkommen zu lassen.
So viel zum Ablauf eines Treffens verrät Kraus allerdings: Ein demokratisch gewählter Vorsitzender leitet die Sitzung, es folgen Vorträge (so genannte „Baustücke“) zu „anspruchsvollen Themen, die über Tagespolitik hinausgehen und dann ein gemeinsames Mahl“.
Also nur eine nette Herrenrunde, ein besserer Stammtisch? Natürlich nicht. Durch die Mitgliedschaft bildet sich auch ein Netzwerk, das im wirtschaftlichen und politischen Weiterkommen hilfreich sein kann. Kraus schränkt aber ein, dass Hilfe für Brüder nur so weit gehen dürfe, wie sie „mit der Ehre vereinbar ist“ und der Erwerb von persönlichen Vorteilen nicht im Vordergrund stehe.
Persönliche Vorteile
Dennoch stehen oft genau solche Überlegungen hinter dem Wunsch, Freimaurer zu werden. So einfach ist das nicht, denn zu rund 90 Prozent werde man von Mitgliedern angeworben. Grundvoraussetzung, um in die Wahl zu kommen, sei charakterliche und persönliche Reife, der soziale Stand sei sekundär. Der Großteil der Mitglieder setze sich trotzdem aus hohen Beamten, Ärzten und Künstlern sowie Medienschaffenden zusammen.
Allerdings würden in den letzten Jahren immer mehr Menschen von selbst auf die Freimaurerei zukommen. „Und diese Leute werden immer jünger“, erzählt Kraus. Schuld daran sei die Enttäuschung über Politik und Religion, die für viele keine passenden Antworten mehr auf Lebensfragen lieferten.
Und auch die Verschwörungs-Bücher von Dan Brown beflügeln das Interesse stark – auch wenn es darin eigentlich um andere Organisationen geht. Nachwuchs-Sorgen habe man jedenfalls keine. Und das Interesse dürfte wachsen. Denn Dan Browns neues Buch „The Solomon Key“ soll sich direkt um die Machenschaften der Freimaurer drehen.
LEXIKON. Wer sind die Freimaurer?
Ursprung: Die Freimaurer gehen auf die mittelalterlichen Dombauhütten zurück. Die Regeln zum Bau der gotischen Kathedrale wurden als Geheimnisse weitergegeben. Dadurch entstanden einige Riten.
Organisation: Die Freimaurer sind in einzelnen Logen organisiert, in Österreich gibt es ca. 60 davon. Dachorganisation ist die Großloge von Österreich. Deren Großmeister ist das Sprachrohr nach außen.
Mitglieder: In Österreich gibt es rund 3000 Freimaurer, nur wenige bekennen sich öffentlich dazu. Prominente Mitglieder: Wiens Ex-Bürgermeister Helmut Zilk, Ex-Verkehrsminister Rudolf Streicher. Und auch Mozart war Freimaurer.
Ziele: Die Freimaurer sind keine Religion und keine politische Organisation. Wichtige Grundlagen sind die Ideale der französischen Revolution und die Deklaration der Menschenrechte.
Symbole: Zirkel und Winkelmaß sind die Zeichen der Freimaurer – zurückgehend auf die Dombauhütten.
Quelle:http://www.diepresse.at/home/panorama/oesterreich/290961/index.do?_vl_backlink=/home/index.do