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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : EU-Plan bedroht auch voestalpine


Ahnenerbe
30.03.2007, 20:50
Wenn Brüssel auf weiteren Treibhausgas-Reduktionen besteht, bläst die Voest eine geplante Investition am Erzberg ab.


Die Freude über den Böhler-Kauf durch die voestalpine ist auch in der Steiermark groß. Die Probleme mit CO2 gefährden aber am Erzberg eine Großinvestition der voestalpine.

170 Millionen Euro will der Stahlkonzern – wie der KURIER exklusiv erfahren hat – dort in eine Erz-Pelletieranlage investieren, sie würde 100 neue Jobs in der Region bedeuten. Wenn die voestalpine ihren CO2-Ausstoß aber weiter reduzieren muss, wird dieses verarbeitete Erz nicht gebraucht. "Die Voest wartet mit der Investitionsentscheidung nur noch auf die Entscheidung der EU-Kommission zur österreichischen Klimastrategie. Wenn es so kommt wie befürchtet, wird es die Investition nicht geben", sagte ein Insider.

Auch der Ausbau in Linz (Kokerei, zwei kleine Hochöfen) würde einer Revision unterzogen werden. Was die Industrie so auf die Palme bringt und Investitionen auch in anderen Branchen gefährdet, ist der Plan der EU, der österreichischen Industrie eine scharfe Kürzung des Ausstoßes an klimaschädigenden Treibhausgasen zuzumuten.

Die EU drohte der Regierung am Freitag unverblümt an, die geplante Gratis-Zuteilung von CO2-Emissionsrechten an die österreichische Industrie um zwei Mio. Tonnen oder 18 Prozent zu kürzen. Die Begründung: Die österreichische Klimaschutzstrategie im Bereich Verkehr und Raumwärme sei nicht nachvollziehbar. Die Strategie werde nicht ausreichen, um die vorgeschriebene Reduktion der Treibhausgas-Emissionen um 13 Prozent bis 2012 zu erreichen.
Debakel

Experten sehen in dieser Abfuhr eine schwere Niederlage für das österreichische Lobbying in Brüssel. Die EU-Kommission habe den österreichischen Klimaplan trotz erfolgter Information nicht in die Bewertung einfließen lassen, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium.

Nur eine hektische Intervention von Umwelt- und Wirtschaftsministerium in Brüssel konnte am Freitag verhindern, dass die Kommission ihre Entscheidung für eine zusätzlich Kürzung der Industrie-Emissionen beschloss. Jetzt wird in Brüssel und Wien noch einmal gerechnet. Es geht dabei um zwei Hauptpunkte: Die Auswirkung der stärker als ursprünglich geplanten Erhöhung der Mineralölsteuer auf den Tanktourismus. Immerhin gehen derzeit fast zehn Prozent der heimischen CO2-Emissionen auf den Tanktourismus zurück. Und die Bewertung des mit 500 Millionen Euro dotierten Energiefonds.